Monate: Dezember 2025

Gedenkveranstaltung in der Villa ten Hompel am 11. Dezember 2025 – Beitrag von Dr. Barbara Elkeles über Mischehen in Telgte

Mit lan­ger Tradition lädt der Verein „Spuren fin­den e. V.“ jedes Jahr im Dezember in die Villa ten Hompel ein, um Opfern des Nationalsozialismus aus dem Münsterland zu geden­ken. Die dies­jäh­ri­ge – sehr gut besuch­te – Veranstaltung am 11. Dezember war schwer­punkt­mä­ßig Opfergruppen aus der Arbeiterbewegung in und um Münster gewidmet.

Friedhelm Redlich stell­te sei­ne umfang­rei­chen Forschungen zu die­sem Thema vor. Weitere Kurzvorträge betra­fen ein­zel­ne sehr erschüt­tern­de Schicksale aus Hamm und Münster. Sie wur­den in sehr bewe­gen­den Beiträgen gro­ßen­teils durch direk­te Nachfahren der Opfer vorgetragen.

Dr. Barbara Elkeles, Vorsitzende des Vereins Erinnerung Mahnung Telgte, erin­ner­te an eine ande­re, bis­her wenig beach­te­te Opfergruppe: die soge­nann­ten Mischehefamilien. Sie konn­ten zwar in der Regel im Inland über­le­ben, waren jedoch zahl­rei­chen Verfolgungsmaßnahmen aus­ge­setzt und lit­ten auch nach 1945 an den Folgen der schwe­ren wirt­schaft­li­chen und beruf­li­chen Benachteiligungen und an kör­per­li­chen und see­li­schen Traumata.
Für Telgte führ­te sie vier Beispiele an: Die Familie von Max Auerbach (ein Bruder von Hermann Auerbach) und Laura Fernholz mit ihren fünf Kindern, die aus Münster zuge­zo­ge­nen Familien Mundinger und Richter, die in den Bauernschaften Schwienhorst und Raestrup wohn­ten, sowie die 14jährige Ursula Kuppenheim, deren Versteck auf einem Telgter Bauernhof im ver­gan­ge­nen Jahr mit­hil­fe des Landwirtschaftlichen Wochenblattes gefun­den wer­den konnte.

Das Auditorium dank­te für die­sen Beitrag, der eine Forschungslücke schließt, mit nach­denk­li­chem Beifall.