Mit langer Tradition lädt der Verein „Spuren finden e. V.“ jedes Jahr im Dezember in die Villa ten Hompel ein, um Opfern des Nationalsozialismus aus dem Münsterland zu gedenken. Die diesjährige – sehr gut besuchte – Veranstaltung am 11. Dezember war schwerpunktmäßig Opfergruppen aus der Arbeiterbewegung in und um Münster gewidmet.
Friedhelm Redlich stellte seine umfangreichen Forschungen zu diesem Thema vor. Weitere Kurzvorträge betrafen einzelne sehr erschütternde Schicksale aus Hamm und Münster. Sie wurden in sehr bewegenden Beiträgen großenteils durch direkte Nachfahren der Opfer vorgetragen.
Dr. Barbara Elkeles, Vorsitzende des Vereins Erinnerung Mahnung Telgte, erinnerte an eine andere, bisher wenig beachtete Opfergruppe: die sogenannten Mischehefamilien. Sie konnten zwar in der Regel im Inland überleben, waren jedoch zahlreichen Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt und litten auch nach 1945 an den Folgen der schweren wirtschaftlichen und beruflichen Benachteiligungen und an körperlichen und seelischen Traumata.
Für Telgte führte sie vier Beispiele an: Die Familie von Max Auerbach (ein Bruder von Hermann Auerbach) und Laura Fernholz mit ihren fünf Kindern, die aus Münster zugezogenen Familien Mundinger und Richter, die in den Bauernschaften Schwienhorst und Raestrup wohnten, sowie die 14jährige Ursula Kuppenheim, deren Versteck auf einem Telgter Bauernhof im vergangenen Jahr mithilfe des Landwirtschaftlichen Wochenblattes gefunden werden konnte.
Das Auditorium dankte für diesen Beitrag, der eine Forschungslücke schließt, mit nachdenklichem Beifall.

