Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, Publikationen

2008 Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust

Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust

70 Jahre nach der Reichspogromnacht und 63 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stell­te der Verein »Erinnerung und Mahnung« das Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust vor. Die his­to­ri­sche Kommission des Vereins mit Dr. Dorothea Beck, Doris Hermersdorfer, Petra Reimann, Ludwig Rüter und Gertrud Stümper hat zusam­men­ge­tra­gen, was an Dokumenten und Fotos zu elf jüdi­schen Bürgern und zwei Roma-Kindern vor­han­den war. Sie hat ihre Lebenswege nach­ge­zeich­net bis zu ihrer Ermordung in Ghettos oder Konzentrationslagern oder auch bis zu einem Tod, über den kei­ne genau­en Angaben gemacht wer­den kön­nen.

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In einer Feierstunde ging der Vereinsvorsitzende Klaus Beck der Frage nach, wie­so es die­ses Buch erst jetzt gebe, 70 Jahre nach den schreck­li­chen Ereignissen der Novemberpogrome, mit denen wie in ganz Deutschland auch in Telgte die sys­te­ma­ti­sche Zerstörung von Leben, Eigentum und Einrichtungen der Juden begann. Es sei spät, aber nicht zu spät für die­ses wich­ti­ge Dokument der Zeitgeschichte unse­rer Stadt.

Bürgermeister Dr. Dietrich Meendermann sag­te in sei­ner Ansprache: »Die Erinnerung an die unmensch­li­che Verschleppung und Vernichtung von Mitbürgern unse­rer Stadt darf nicht ver­sie­gen« und blick­te auf das jüdi­sche Leben in Telgte seit 1539 bis zum 9. Januar 1941 zurück, an dem Bürgermeister Arensmeyer der Bezirksregierung Münster mel­de­te: »Mit dem Wegzug der Familie Auerbach ist der Amtsbezirk juden­frei gewor­den.«
Herr Meendermann füg­te hin­zu, dass er dank­bar dafür sei, dass die Ausgrenzung von Sinti und Roma mit in die­se Dokumentation ein­ge­flos­sen sei.