Jüdische Friedhöfe Telgte

1615 Friedhof auf dem Wall

Jüdische Friedhöfe Telgte

Die Stadtrechnungen aus der Zeit der ers­ten jüdi­schen Familien in Telgte geben Auskunft dar­über, wie die Juden nach und nach einen Begräbnisplatz für ihre Toten von der Stadt kauf­ten. Die Magistrate der Städte leg­ten in ihren Verordnungen fest, dass die Begräbnisorte der Juden stets außer­halb der Stadtmauern zu lie­gen hat­ten.

Jüdische Friedhöfe Telgte

Jüdische Friedhöfe in Telgte (S. 504, Geschichte der Stadt Telgte, erschie­nen 2000)

So ent­stand seit 1615 auf dem Stadtwall am Steintor ein schma­ler ca. 7 m brei­ter und 96 m lan­ger Begräbnisplatz. Nach jüdi­scher Lehre gehört das Grab dem Toten bis zur Ankunft des Messias, also immer, und die Totenruhe darf nicht gestört wer­den. Dieser Platz war immer wie­der Anlass zu Streit und Klagen beim fürst­bi­schöf­li­chen Gericht in Münster.

Seit 1767 brach die Stadt ihre Mauern und Tore ab, um aus der Fläche von Wall und Graben Gartenland zu gewin­nen. Man begann, den Wall abzu­tra­gen, und die Juden fürch­te­ten, dass die Totenruhe ver­letzt wür­de. Noch 1842 beklag­te ein Jude, dass durch das Sandabfahren die Gräber auf dem alten Begräbnisplatz rui­niert wür­den.