Alle Artikel in: Auseinandersetzung mit der NS-Zeit

Alfred Auerbach 1988 in Telgte

Kontakt mit Alfred Auerbach

Im Rahmen ihrer Forschungen 1980 beka­men die bei­den Schüler von Frau Groneck die Anschrift von Alfred Auerbach in Tel Aviv. Sie schrie­ben ihm einen lan­gen Brief mit Fragen zu strit­ti­gen Aussagen zum Thema. Es kam kei­ne Antwort. Später hat sich Alfred Auerbach dafür ent­schul­digt. Er habe den Brief wochen­lang mit sich her­um­ge­tra­gen, ohne die Kraft zu fin­den, dar­auf zu ant­wor­ten.

1985 hat die Stadt Telgte die Schülerarbeit als Buch her­aus­ge­bracht. Wir schick­ten ein Exemplar mit guten Wünschen an Alfred Auerbach, der dar­auf reagier­te und die­sen Brief schrieb. Nach wei­te­ren Nachforschungen erfolg­te 1989 der Kontakt zu Ilse Auerbach und spä­ter zur Familie Mildenberg in Israel.

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1989, Ilse Auerbach

Kontakt mit Ilse Auerbach

Ilse und ihre Schwester Margot waren die Töchter des Ehepaares Jenny und Hermann Auerbach, wohn­haft in der Bahnhofstraße (heu­te Atelier Akzente). Hermann und sei­ne Brüder Max und Moritz führ­ten das flo­rie­ren­de Unternehmen. Sie waren wie ihre Vorfahren Metzger und Viehhändler. Hermann war ein ange­se­he­ner, unbe­schol­te­ner Bürger, der im 1. Weltkrieg gekämpft hat­te und mehr­fach aus­ge­zeich­net wor­den war. Aber seit 1933 gin­gen die Geschäfte durch fort­lau­fend ein­schrän­ken­de und dis­kri­mi­nie­ren­de Erlasse und Verordnungen emp­find­lich zurück und die Hetze gegen Juden nahm immer mehr zu, so dass er für sei­ne Töchter kei­ne Zukunft mehr in Deutschland sah.

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Fritzi Mildenberg mit Peter Jannssens

Kontakt mit Fritzi Mildenberg

Dank jah­re­lan­ger Nachforschungen konn­te in Erfahrung gebracht wer­den, dass Hans Mildenberg schon 1964 gestor­ben war, aber sei­ne Frau, Fritzi Mildenberg, noch leb­te, und zwar in Bat Yam, nicht weit von Tel Aviv ent­fernt.

Nach ers­ten Briefwechseln orga­ni­sier­te Ludwig Rüter den Besuch Fritzi Mildenbergs. Durch eine Spendenaktion kam das Geld für den Flug nach Deutschland und einen acht­tä­gi­gen Aufenthalt in Telgte zusam­men, da die Witwe allein die Reisekosten nicht auf­brin­gen konn­te.
So wur­de es mög­lich, dass sie zusam­men mit ihrem Sohn Meir und des­sen Frau zum ers­ten Mal im August 1998 der Heimat ihres ver­stor­be­nen Mannes einen Besuch abstat­te­te.

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Schülerarbeit: Geschichte und Schiksal der Telgter Juden 1933-1945

Schülerarbeit von 1980: Geschichte und Schicksal der Telgter Juden 1933–1945

Der Anstoß, sich mit der NS-Zeit in Telgte aus­ein­an­der­zu­set­zen, kam von außen! Die Körberstiftung in Hamburg, die den von Gustav Heinemann initi­ier­ten Wettbewerb »Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten« betreut, schrieb 1980 alle Schulen an und lud sie ein, zu dem Thema »Alltag im Nationalsozialismus« auf loka­ler Ebene zu for­schen. Das Echo war groß. Zu kei­nem Thema gin­gen je mehr Beiträge ein.

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Alfred Auerbach, Melanie und Anne Westhues auf dem Flughafen Tel Aviv 1986

Meine erste
Begegnung mit
Alfred Auerbach

Frau Westhues berich­tet von ihrem Besuch bei Alfred Auerbach.

Im Dezember 1985 besuch­ten uns Aron Eshed und sei­ne Tochter, die wir bei einer Reise nach Israel im Jahr zuvor ken­nen gelernt hat­ten, Aron sah bei uns das soeben erschie­ne­ne Buch »Geschichte und Schicksal der Telgter Juden 1933 – 1945«, das Herr Rüter mit Schülern sei­ner Realschulklasse erstellt hat­te. So kamen wir auf Alfred Auerbach zu spre­chen. Aron ver­sprach, nach sei­ner Rückkehr Grüße aus Telgte an den auch ihm ansons­ten unbe­kann­ten Alfred Auerbach aus­zu­rich­ten.

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Ausstellungseröffnung 1988, Telgte

Ausstellung 1988:
Geschichte und Schicksal der Telgter Juden

Anläss­lich des 750-jäh­ri­gen Stadtjubiläums der Stadt Telgte 1988 griff Ludwig Rüter auf die Schülerarbeit  »Geschichte und Schicksal der Telgter Juden 1933–1945« zurück und ver­wand­te sie als Grundlage für eine Ausstellung. Allerdings füg­te er noch  zahl­rei­ches  Material hin­zu, sodass sich die Ausstellung  nicht nur auf die Zeit von 1933 bis 1945 beschränkt und daher den Titel »Geschichte und Schicksal der Telgter Juden« erhielt.

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Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust

2008 Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust

70 Jahre nach der Reichspogromnacht und 63 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stell­te der Verein »Erinnerung und Mahnung« das Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust vor. Die his­to­ri­sche Kommission des Vereins mit Dr. Dorothea Beck, Doris Hermersdorfer, Petra Reimann, Ludwig Rüter und Gertrud Stümper hat zusam­men­ge­tra­gen, was an Dokumenten und Fotos zu elf jüdi­schen Bürgern und zwei Roma-Kindern vor­han­den war. Sie hat ihre Lebenswege nach­ge­zeich­net bis zu ihrer Ermordung in Ghettos oder Konzentrationslagern oder auch bis zu einem Tod, über den kei­ne genau­en Angaben gemacht wer­den kön­nen.

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Gedenkstele Telgte, Königsstraße

2013 Einweihung der
Gedenkstele

Zum 75. Jahrestag der Zerstörung des Synagogengebäudes wur­de auf Initiative des Vereins »Erinnerung und Mahnung« eine Gedenkstele aus Basalt an der Königstraße /Ecke Judengängsken ent­hüllt. Unter einer reli­ef­ar­ti­gen Darstellung der Synagoge – ein­ge­weiht am 5. September 1875 und zer­stört am 10. November 1938 – erin­nert die Stele an 13 depor­tier­te und ermor­de­te Telgter Bürger – 11 Juden und 2 Roma-Kinder. Ihre Namen und der Ort ihrer Vernichtung wur­den in den Basalt ein­gra­viert. Der Telgter Bildhauer Christoph Düsterhues hat­te den Entwurf für die Gedenkstele meis­ter­haft ins Werk gesetzt.

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Gedenkbuch für Telgter Opfer des Nationalsozialismus

2017 Erweiterte
Neuauflage des Gedenkbuchs

Nach mehr­jäh­ri­gen Vorarbeiten konn­te die erheb­lich erwei­ter­te Neuauflage des Gedenkbuches für Telgter Opfer des Nationalsozialismus fer­tig­ge­stellt wer­den. Das Werk erwei­tert den Blick gegen­über der Erstausgabe deut­lich. Nach wie vor wird in ihm der­je­ni­gen Telgter Mitbürger gedacht, die aus ras­si­schen Gründen ver­folgt wur­den. Aber dar­über hin­aus wird nun auch der »Euthanasie« – Opfer gedacht.

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