Opfer der Euthanasie

Oskar Rolf

Oskar Rolf  wur­de am 4. Februar 1916 gebo­ren und leb­te mit sei­ner Familie in Telgte. Dort besuch­te er zwar die Schule, aber da ihm das Lernen schwer­fiel, ver­ließ er die­se bereits nach der vier­ten Klasse als 16-Jähriger.

Oskar Rolf hat­te epi­lep­ti­sche Anfälle und war auf einem Ohr völ­lig taub, war jedoch in der Lage zu arbei­ten. 1932 ver­ließ er mit 16 Jahren das Elternhaus und wohn­te zunächst bei einem Bauern, bei dem er als Knecht arbei­te­te.
Zwischen 1936 und 1939 war er im St. Rochus Hospital als land­wirt­schaft­li­cher Gehilfe tätig. Anschließend wohn­te er in Münster, kam aber ver­mut­lich wegen epi­lep­ti­scher Anfälle in die Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Münster Marienthal.

Auf Antrag die­ser Einrichtung wur­de er im Januar 1941 im Evangelischen Krankenhaus in Münster ste­ri­li­siert. Bei sei­nem wei­te­ren Aufenthalt in der Anstalt wur­de er als Freigänger beur­laubt, um zu arbei­ten. Zu die­ser Zeit und auch nach sei­ner Entlassung aus der Anstalt als »gebes­sert« arbei­te­te er in ver­schie­de­nen Betrieben, aber immer nicht sehr lan­ge.

Er wohn­te zeit­wei­se bei sei­ner Schwester in Holland, im christ­li­chen Hospiz in Münster oder auch in Telgte und Münster in Bahnhöfen und Luftschutzräumen.
Der Bürgermeister von Telgte brach­te ihn schließ­lich in einer Bäckerei unter, was aber auch nicht glück­te. Daher ließ die­ser ihn in das St. Rochus Hospital ein­wei­sen. Aber auch da blieb Oskar Rolf nicht lan­ge. Schließlich wur­de er von Polizeibeamten am 21. September 1942 wie­der in die Provinzialheilanstalt Münster gebracht.

Mit einem Sammeltransport kam er dann am 29.06.1943 in die Anstalt Eichberg und am 13.10.1943 in die Heilanstalt Weilmünster. Am 29.09.1944 wur­de er nach Hadamar gebracht, wo er vier Wochen spä­ter am 30. Oktober angeb­lich an Herzschwäche und einem epi­lep­ti­schen Anfall starb, ver­mut­lich jedoch getö­tet wur­de. Begraben wur­de Oskar Rolf in einem Massengrab auf dem Anstaltsfriedhof.