Auseinandersetzung mit der NS-Zeit

2004 Verlegung der ersten 10 Stolpersteine in Telgte

Stolpersteine Mildenberg Steinhard

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden ver­leg­ten klei­nen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erin­nert wer­den, die in der Zeit des Nationalsozialismus ver­folgt, ermor­det, depor­tiert, ver­trie­ben oder in den Suizid getrie­ben wor­den sind.

Stolpersteine Telgte: Siegfried und Henriette Mildenberg, Karl-Heinz Steinhardt

Stolpersteine Telgte: Siegfried und Henriette Mildenberg, Karl-Heinz Steinhardt (Foto: K. Rüter)

Diese qua­dra­ti­schen Messingtafeln mit abge­run­de­ten Ecken und Kanten wer­den aus­schließ­lich in Handarbeit her­ge­stellt, weil dies nach Gunter Demnig im Gegensatz zur maschi­nel­len Menschenvernichtung in den Konzentrationslagern steht. Sie wer­den meist vor den letz­ten frei gewähl­ten Wohnhäusern der NS-Opfer niveau­gleich in das Pflaster bzw. den Belag des jewei­li­gen Gehwegs ein­ge­las­sen.

Der Verein »Spuren fin­den« aus Münster stell­te 2003 durch die Ratsfrau Anne Westhues den Antrag an die Stadt, für die Telgter Opfer des Naziregimes Stolpersteine zu ver­le­gen. Die Namen der in Frage kom­men­den Bürger und deren Schicksal wur­den ermit­telt und die Standortfragen geklärt. Unter Einbindung der heu­ti­gen Bewohner der betref­fen­den Häuser und der wei­ter­füh­ren­den Telgter Schulen wur­de wei­ter recher­chiert. Paten zur Finanzierung wur­den spon­tan gefun­den.

Die ersten zehn Stolpersteine

Die ers­ten zehn Stolpersteine konn­ten dann am 18. Mai 2004 ver­legt wer­den. Weitere folg­ten 2007, 2009 und 2012. Viele Bürger der Stadt und z.T. auch Angehörige der Opfer nah­men an den Gedenkzeremonien teil.

2004 Stolpersteine Telgte

2004 der Künstler Gunter Demnig in der Königsstraße (Foto: L. Rüter)

Stolpersteinverlegung

Rafi und Meir Mildenberg  bei der Verlegung der Stolpersteine für ihre Familie (Foto: L. Rüter)

Stolpersteine, die in Telgte verlegt wurden:

Familie Hermann Auerbach

Hermann und Johanna Auerbach
Bahnhofstraße 14

Familie Jacob Auerbach

Klara, Jacob, Erich, Kurt, Fanny
Steinstraße 4

Familie Mildenberg und Karl- Heinz Steinhardt

Henriette, Siegfried, Karl-Heinz Steinhardt
Königsstraße 43

Kinder der Familie Unger

Josef Emil, Maria Josefa
Ritterstraße (hin­ter der Volksbank)

Julie Löwenstein

St. Rochus-Hospital, Schwesternhaus


Am 9. Februar 2019 wur­den wei­te­re sechs Stolpersteine ver­legt, die an die Opfer der Euthanasie erin­nern, so dass jetzt 20 Stolpersteine in Telgte lie­gen.

Bernhard Möller und Oskar Rolf

vor dem Rathaus

Anton Erich Sauerland

Dr. Robert-Koch-Straße

Bernhard Lütke Grachtrup

Ritterstraße (hin­ter der Volksbank)

Gladys Strauss und Sophia Serphos

St. Rochus-Hospital