Siegfried Mildenberg wurde 1888 in Lengerich geboren. Sein Vater war Viehhändler und Metzger. Gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Siegfried als Soldat eingezogen und kehrte im Dezember 1918 nach Hause zurück. Knapp zwei Jahre später heiratete er Henriette Jacobs aus Lathen (Emsland). Zunächst blieben sie in Lengerich. Dort wurde im Dezember 1921 ihr Sohn Hans geboren.
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Familie Siegfried
Josef und Maria
Unger
Die Mutter der beiden Kinder, Maria Unger, stammte von einem »Zigeuner« ab, wuchs aber als Findelkind in Heimen auf. Am 25. Juni 1928 brachte sie als 20-Jährige in Münster ihren unehelichen Sohn Josef zur Welt, der aber mit einem Jahr in ein Kinderheim gegeben wurde. 1937 zog sie mit ihrem Lebenspartner Josef Aretz nach Telgte zum »Langen Jammer«, Ritterstraße 364, wo sie aber von der Hetze der Nazis gegen die Zigeuner nicht verschont blieb.
1615 Friedhof auf dem Wall
Die Stadtrechnungen aus der Zeit der ersten jüdischen Familien in Telgte geben Auskunft darüber, wie die Juden nach und nach einen Begräbnisplatz für ihre Toten von der Stadt kauften. Die Magistrate der Städte legten in ihren Verordnungen fest, dass die Begräbnisorte der Juden stets außerhalb der Stadtmauern zu liegen hatten.
1820 Friedhof am Hagen
Die Behörden untersagten das Abfahren des Sandes und boten der Gemeinde gut 100 m weiter einen neuen Platz am Hagen an. Wie man mit dem alten Platz verfahren ist, verschweigen die Quellen. Er ist verschwunden und Baugelände geworden.
1942 Zerstörung
Nachdem Telgte im Jahre 1941 »judenfrei« geworden war, kaufte die Stadt das Gelände von der jüdischen Kultusgemeinde Münster. Der Friedhof wurde vollständig abgeräumt, die mannshohe Mauer zum Hagen abgebrochen und das ganze Material samt Grabsteinen und Grabeinfassungen im Emswehr am heutigen Bernsmeyerhaus verbaut. Das Gelände wurde mit Obstbäumen bepflanzt und verpachtet, wie der Bürgermeister der Behörde am 28. August 1944 mitteilte.
2005 Neugestaltung
Nach dem Ende des Krieges erklärte der im Mai 1945 von den Besatzungsmächten eingesetzte Amtsbürgermeister Bernhard Wibbelt:»… Sofort nach meinem Dienstantritt habe ich veranlaßt, dass die vorhandenen Grabdenkmäler, die seinerzeit entfernt worden waren, wieder aufgestellt wurden …« Es waren drei Grabsteine der zuletzt bestatteten Leni, Max und Moritz Auerbach. Diese wurden im Keller des 1945 abgebrannten Parteihauses der NSDAP am Knickenbergplatz wiedergefunden. Wer diese vor der Zerstörung gerettet hat, wissen wir nicht.
Frühe Geschichte
Im Jahre 1539 taucht zum ersten Mal in den Quellen mit Smuel der Name eines Juden auf, der gegen einen Jahrestribut von fünf Goldgulden Wohnrecht erhalten hat, um dort »seinen uprichtigen Handel zu treiben«. 15 Jahre später gewährt der Rat der Stadt dem aus Münster ausgewiesenen Salomon von Wasungen mit seiner großen Familie das Recht in Telgte zu wohnen.
19. Jahrhundert
Das 19. Jahrhundert begann mit gewaltigen Umbrüchen und neuen politischen Konstellationen. Bis 1815 wechselte die politische Zugehörigkeit Telgtes viermal: Fürstbistum Münster, Preußen, Frankreich und wieder Preußen.
NS-Zeit
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die jüdische Gemeinde auf 31 Personen geschrumpft. Im Jahre 1933 lebten in Telgte noch vier jüdische Familien mit 17 Personen. Die drei Familien Auerbach waren Metzger und Viehhändler. Die »Gebrüder Auerbach«, Max, Hermann und Moritz, betrieben ein weit verzweigtes Viehhandelsgeschäft mit einer Agentur am Essener Großmarkt.
12.10.2017 Verleihung des Bundesverdienstkreuz an Ludwig Rüter
In einem feierlichen Akt im Warendorfer Kreishaus überreichte der Landrat Dr. Gericke dem ehemaligen Konrektor der Realschule Telgte im Namen des Bundespräsidenten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.









