Anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums der Stadt Telgte 1988 griff Ludwig Rüter auf die Schülerarbeit »Geschichte und Schicksal der Telgter Juden 1933–1945« zurück und verwandte sie als Grundlage für eine Ausstellung. Allerdings fügte er noch zahlreiches Material hinzu, sodass sich die Ausstellung nicht nur auf die Zeit von 1933 bis 1945 beschränkt und daher den Titel »Geschichte und Schicksal der Telgter Juden« erhielt.
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Ausstellung 1988:
2004 Verlegung der ersten 10 Stolpersteine in Telgte
Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben worden sind.
Familie
Jakob Auerbach
Jakob Auerbach wurde 1874 geboren. Er übernahm von seinem Vater Mendel den Viehhandel und das Geschäft als Metzger an der Steinstraße 4. Als geachteter Telgter Bürger gehörte er vielen Vereinen an. Aus seiner Ehe mit Jeanette Berger gingen drei Söhne hervor, Erich 1922, Alfred 1923 und Kurt 1926. Zur Familie gehörte auch Fanny, die unverheiratete Schwester des Vaters.
Familie
Hermann Auerbach
Die Familie Auerbach war in Telgte seit 1760 ansässig, als Jacob Abraham die Erlaubnis erhielt, sich in Telgte niederzulassen. Sein Enkel nahm Anfang des 19. Jahrhunderts den Familiennamen Auerbach an.
Die Familie lebte schon in der fünften Generation in Telgte, als die »Gebrüder Auerbach« – Moritz, Max und Hermann – gemeinsam einen florierenden Viehgroßhandel aufbauten. Sie waren geschäftlich erfolgreich und galten als geachtete Bürger der Stadt. Wie ihr Vater setzten sie sich für die Belange der jüdischen Gemeinschaft ein.
2008 Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust
70 Jahre nach der Reichspogromnacht und 63 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stellte der Verein »Erinnerung und Mahnung« das Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust vor. Die historische Kommission des Vereins mit Dr. Dorothea Beck, Doris Hermersdorfer, Petra Reimann, Ludwig Rüter und Gertrud Stümper hat zusammengetragen, was an Dokumenten und Fotos zu elf jüdischen Bürgern und zwei Roma-Kindern vorhanden war. Sie hat ihre Lebenswege nachgezeichnet bis zu ihrer Ermordung in Ghettos oder Konzentrationslagern oder auch bis zu einem Tod, über den keine genauen Angaben gemacht werden können.
2013 Einweihung der
Gedenkstele
Zum 75. Jahrestag der Zerstörung des Synagogengebäudes wurde auf Initiative des Vereins »Erinnerung und Mahnung« eine Gedenkstele aus Basalt an der Königstraße /Ecke Judengängsken enthüllt. Unter einer reliefartigen Darstellung der Synagoge – eingeweiht am 5. September 1875 und zerstört am 10. November 1938 – erinnert die Stele an 13 deportierte und ermordete Telgter Bürger – 11 Juden und 2 Roma-Kinder. Ihre Namen und der Ort ihrer Vernichtung wurden in den Basalt eingraviert. Der Telgter Bildhauer Christoph Düsterhues hatte den Entwurf für die Gedenkstele meisterhaft ins Werk gesetzt.
2017 Erweiterte
Neuauflage des Gedenkbuchs
Nach mehrjährigen Vorarbeiten konnte die erheblich erweiterte Neuauflage des Gedenkbuches für Telgter Opfer des Nationalsozialismus fertiggestellt werden. Das Werk erweitert den Blick gegenüber der Erstausgabe deutlich. Nach wie vor wird in ihm derjenigen Telgter Mitbürger gedacht, die aus rassischen Gründen verfolgt wurden. Aber darüber hinaus wird nun auch der »Euthanasie« – Opfer gedacht.
Familie Siegfried
Mildenberg
Siegfried Mildenberg wurde 1888 in Lengerich geboren. Sein Vater war Viehhändler und Metzger. Gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Siegfried als Soldat eingezogen und kehrte im Dezember 1918 nach Hause zurück. Knapp zwei Jahre später heiratete er Henriette Jacobs aus Lathen (Emsland). Zunächst blieben sie in Lengerich. Dort wurde im Dezember 1921 ihr Sohn Hans geboren.
Josef und Maria
Unger
Die Mutter der beiden Kinder, Maria Unger, stammte von einem »Zigeuner« ab, wuchs aber als Findelkind in Heimen auf. Am 25. Juni 1928 brachte sie als 20-Jährige in Münster ihren unehelichen Sohn Josef zur Welt, der aber mit einem Jahr in ein Kinderheim gegeben wurde. 1937 zog sie mit ihrem Lebenspartner Josef Aretz nach Telgte zum »Langen Jammer«, Ritterstraße 364, wo sie aber von der Hetze der Nazis gegen die Zigeuner nicht verschont blieb.
1615 Friedhof auf dem Wall
Die Stadtrechnungen aus der Zeit der ersten jüdischen Familien in Telgte geben Auskunft darüber, wie die Juden nach und nach einen Begräbnisplatz für ihre Toten von der Stadt kauften. Die Magistrate der Städte legten in ihren Verordnungen fest, dass die Begräbnisorte der Juden stets außerhalb der Stadtmauern zu liegen hatten.










