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Ausstellungseröffnung 1988, Telgte

Ausstellung 1988:
Geschichte und Schicksal der Telgter Juden

Anläss­lich des 750-jäh­ri­gen Stadtjubiläums der Stadt Telgte 1988 griff Ludwig Rüter auf die Schülerarbeit  »Geschichte und Schicksal der Telgter Juden 1933–1945« zurück und ver­wand­te sie als Grundlage für eine Ausstellung. Allerdings füg­te er noch  zahl­rei­ches  Material hin­zu, sodass sich die Ausstellung  nicht nur auf die Zeit von 1933 bis 1945 beschränkt und daher den Titel »Geschichte und Schicksal der Telgter Juden« erhielt.

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Familie Jakob Auerbach

Familie
Jakob Auerbach

Jakob Auerbach wur­de 1874 gebo­ren. Er über­nahm von sei­nem Vater Mendel den Viehhandel und das Geschäft als Metzger an der Steinstraße 4. Als geach­te­ter Telgter Bürger gehör­te er vie­len Vereinen an. Aus sei­ner Ehe mit Jeanette Berger gin­gen drei Söhne her­vor, Erich 1922, Alfred 1923 und Kurt 1926. Zur Familie gehör­te auch Fanny, die unver­hei­ra­te­te Schwester des Vaters.

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1925 Familie Auerbach in Bad Oeynhausen

Familie
Hermann Auerbach

Die Familie Auerbach war in Telgte seit 1760 ansäs­sig, als Jacob Abraham die Erlaubnis erhielt, sich in Telgte nie­der­zu­las­sen. Sein Enkel nahm Anfang des 19. Jahrhunderts den Familiennamen Auerbach an.
Die Familie leb­te schon in der fünf­ten Generation in Telgte, als die »Gebrüder Auerbach« – Moritz, Max und Hermann – gemein­sam einen flo­rie­ren­den Viehgroßhandel auf­bau­ten. Sie waren geschäft­lich erfolg­reich und gal­ten als geach­te­te Bürger der Stadt. Wie ihr Vater setz­ten sie sich für die Belange der jüdi­schen Gemeinschaft ein.

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Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust

2008 Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust

70 Jahre nach der Reichspogromnacht und 63 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stell­te der Verein »Erinnerung und Mahnung« das Gedenkbuch für die Telgter Opfer des Holocaust vor. Die his­to­ri­sche Kommission des Vereins mit Dr. Dorothea Beck, Doris Hermersdorfer, Petra Reimann, Ludwig Rüter und Gertrud Stümper hat zusam­men­ge­tra­gen, was an Dokumenten und Fotos zu elf jüdi­schen Bürgern und zwei Roma-Kindern vor­han­den war. Sie hat ihre Lebenswege nach­ge­zeich­net bis zu ihrer Ermordung in Ghettos oder Konzentrationslagern oder auch bis zu einem Tod, über den kei­ne genau­en Angaben gemacht wer­den können.

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Gedenkstele Telgte, Königsstraße

2013 Einweihung der
Gedenkstele

Zum 75. Jahrestag der Zerstörung des Synagogengebäudes wur­de auf Initiative des Vereins »Erinnerung und Mahnung« eine Gedenkstele aus Basalt an der Königstraße /Ecke Judengängsken ent­hüllt. Unter einer reli­ef­ar­ti­gen Darstellung der Synagoge – ein­ge­weiht am 5. September 1875 und zer­stört am 10. November 1938 – erin­nert die Stele an 13 depor­tier­te und ermor­de­te Telgter Bürger – 11 Juden und 2 Roma-Kinder. Ihre Namen und der Ort ihrer Vernichtung wur­den in den Basalt ein­gra­viert. Der Telgter Bildhauer Christoph Düsterhues hat­te den Entwurf für die Gedenkstele meis­ter­haft ins Werk gesetzt.

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Gedenkbuch für Telgter Opfer des Nationalsozialismus

2017 Erweiterte
Neuauflage des Gedenkbuchs

Nach mehr­jäh­ri­gen Vorarbeiten konn­te die erheb­lich erwei­ter­te Neuauflage des Gedenkbuches für Telgter Opfer des Nationalsozialismus fer­tig­ge­stellt wer­den. Das Werk erwei­tert den Blick gegen­über der Erstausgabe deut­lich. Nach wie vor wird in ihm der­je­ni­gen Telgter Mitbürger gedacht, die aus ras­si­schen Gründen ver­folgt wur­den. Aber dar­über hin­aus wird nun auch der »Euthanasie« – Opfer gedacht.

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1930 Handorf, Henriette Mildenberg mit den Kindern der Familien Max und Hermann Auerbach

Familie Siegfried
Mildenberg

Sieg­fried Mildenberg wur­de 1888 in Lengerich gebo­ren. Sein Vater war Viehhändler und Metzger. Gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges wur­de Siegfried als Soldat ein­ge­zo­gen und kehr­te im Dezember 1918 nach Hause zurück. Knapp zwei Jahre spä­ter hei­ra­te­te er Henriette Jacobs aus Lathen (Emsland). Zunächst blie­ben sie in Lengerich. Dort wur­de im Dezember 1921 ihr Sohn Hans geboren.

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Maria Unger mit Familie Busalski

Josef und Maria
Unger

Die Mutter der bei­den Kinder, Maria Unger, stamm­te von einem »Zigeuner« ab, wuchs aber als Findelkind in Heimen auf. Am 25. Juni 1928 brach­te sie als 20-Jährige in Münster ihren unehe­li­chen Sohn Josef zur Welt, der aber mit einem Jahr  in ein Kinderheim gege­ben wur­de. 1937 zog sie mit ihrem Lebenspartner Josef Aretz nach Telgte zum »Langen Jammer«, Ritterstraße 364, wo sie aber von der Hetze der Nazis gegen die Zigeuner nicht ver­schont blieb.

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Jüdische Friedhöfe Telgte

1615 Friedhof auf dem Wall

Die Stadtrechnungen aus der Zeit der ers­ten jüdi­schen Familien in Telgte geben Auskunft dar­über, wie die Juden nach und nach einen Begräbnisplatz für ihre Toten von der Stadt kauf­ten. Die Magistrate der Städte leg­ten in ihren Verordnungen fest, dass die Begräbnisorte der Juden stets außer­halb der Stadtmauern zu lie­gen hatten.

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